Fellwechsel beim Hund – unterstützen statt kämpfen

Fellwechsel beim Hund – unterstützen statt kämpfen
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Haare auf dem Sofa, im Auto, auf der Kleidung – und irgendwie sogar im Kaffee. Der Fellwechsel beim Hund kann für Halter zur echten Geduldsprobe werden. Doch statt gegen die Haare zu kämpfen, lohnt es sich, den natürlichen Prozess zu verstehen – und gezielt zu unterstützen.

Denn der Fellwechsel ist kein Problem, sondern ein völlig normaler biologischer Vorgang. Und mit der richtigen Pflege kannst du deinem Hund helfen, gesund durch diese Phase zu kommen.


Warum Hunde ihr Fell wechseln

Hunde passen ihr Fell an Temperatur und Tageslicht an. Der klassische Fellwechsel findet zweimal im Jahr statt:

  • Frühling: Das dichte Winterfell weicht leichterem Sommerfell.

  • Herbst: Das Sommerfell wird durch wärmende Unterwolle ersetzt.

Der Fellwechsel wird vor allem durch:

  • Tageslichtdauer

  • Temperatur

  • Hormonhaushalt

gesteuert – weniger durch die tatsächliche Außentemperatur.

Wohnungshunde haaren oft das ganze Jahr über leicht, weil künstliches Licht und konstante Temperaturen den natürlichen Rhythmus beeinflussen.


Wie lange dauert der Fellwechsel?

Im Durchschnitt dauert der Fellwechsel:

  • 4 bis 8 Wochen

  • bei stark behaarten Rassen auch länger

Besonders Hunde mit viel Unterwolle – wie Retriever, Schäferhunde oder Huskys – verlieren in dieser Zeit enorme Mengen Fell.

Kurzhaarige Hunde haaren oft weniger sichtbar, aber kontinuierlicher.


Was im Körper deines Hundes passiert

Der Fellwechsel ist energetisch anspruchsvoll. Dein Hund produziert neue Haare, stößt alte ab und braucht dafür:

  • hochwertige Proteine

  • Zink

  • B-Vitamine

  • essentielle Fettsäuren

Deshalb wirken manche Hunde während des Fellwechsels etwas müder oder sensibler.

Ein gesunder Hund bewältigt diese Phase problemlos – doch die richtige Unterstützung kann den Prozess deutlich erleichtern.


Richtig bürsten – wichtigste Unterstützung

Regelmäßiges Bürsten ist die effektivste Hilfe während des Fellwechsels.

Warum?

  • Lose Haare werden entfernt

  • Verfilzungen werden verhindert

  • Die Haut wird durchblutet

  • Talg wird gleichmäßig verteilt

  • Juckreiz wird reduziert

Je nach Felltyp solltest du:

  • Kurzhaarhunde: 2–3× pro Woche bürsten

  • Langhaarhunde: täglich kontrollieren

  • Hunde mit Unterwolle: Unterwollbürste verwenden

Wichtig: Nicht zu aggressiv bürsten – die Haut darf nicht gereizt werden.


Baden – ja oder nein?

Viele Halter greifen im Fellwechsel schneller zum Shampoo. Das ist jedoch nur bedingt sinnvoll.

Zu häufiges Baden kann:

  • die Haut austrocknen

  • den natürlichen Schutzfilm zerstören

  • Juckreiz verstärken

Wenn Baden notwendig ist:

  • nur mildes Hundeshampoo verwenden

  • gründlich ausspülen

  • Fell gut trocknen

In den meisten Fällen reicht gründliches Bürsten völlig aus.


Ernährung im Fellwechsel

Ein glänzendes Fell beginnt im Napf. Gerade während des Fellwechsels sollte dein Hund optimal versorgt sein.

Besonders wichtig sind:

  • Hochwertiges Eiweiß für Haarstruktur

  • Omega-3-Fettsäuren für Hautgesundheit

  • Zink zur Unterstützung der Hautregeneration

  • B-Vitamine für Fellwachstum

Eine ausgewogene, hochwertige Ernährung sorgt dafür, dass:

  • das neue Fell kräftig nachwächst

  • die Haut gesund bleibt

  • Haarausfall nicht übermäßig wird

Falls dein Hund stumpfes Fell, Schuppen oder starken Juckreiz entwickelt, kann eine Futteranpassung sinnvoll sein.


Wann ist Haarausfall nicht mehr normal?

Nicht jeder Haarverlust gehört zum Fellwechsel.

Warnzeichen sind:

  • kahle Stellen

  • gerötete Haut

  • starker Juckreiz

  • Schuppenbildung

  • entzündete Hautstellen

In solchen Fällen können Ursachen sein:

  • Parasiten (z. B. Milben)

  • Allergien

  • Hormonstörungen

  • Nährstoffmangel

Wenn dein Hund sich zusätzlich häufig kratzt oder das Fell büschelweise verliert, solltest du tierärztlich abklären lassen.


Fellwechsel bei besonderen Hunden

Welpen

Beim Übergang vom Welpen- zum Erwachsenenfell kommt es zu einem intensiven, aber einmaligen Fellwechsel.

Senioren

Ältere Hunde wechseln oft langsamer ihr Fell. Die Fellstruktur kann sich verändern, es wird dünner oder trockener.

Kastrierte Hunde

Durch hormonelle Veränderungen kann das Fell dichter oder wolliger werden – besonders bei Langhaarrassen.


Praktische Alltagstipps

Damit du entspannter durch die haarige Zeit kommst:

  • Regelmäßig saugen (am besten täglich während der Hochphase)

  • Waschbare Decken auf Sofa und Hundebett nutzen

  • Auto-Schutzdecken verwenden

  • Bürsten-Routine fest in den Alltag integrieren

Tipp: Viele Hunde genießen die Bürstenzeit als gemeinsame Qualitätszeit – wenn sie positiv aufgebaut wird.


Fellwechsel und Jahreszeitenwechsel

Interessant: Der stärkste Fellwechsel erfolgt meist im Frühling. Das liegt daran, dass das Winterfell deutlich dichter ist als das Sommerfell.

Im Herbst ist der Wechsel oft weniger auffällig – aber genauso wichtig für die Thermoregulation.


Fazit: Unterstützen statt kämpfen

Der Fellwechsel beim Hund ist ein natürlicher, gesunder Prozess – kein Problem, das „weg muss“. Mit der richtigen Pflege, angepasster Ernährung und regelmäßiger Fellkontrolle kannst du deinem Hund optimal helfen.

Wichtig ist:

  • Geduld

  • Routine

  • Aufmerksamkeit für Hautveränderungen

Haare gehören zum Hund – und ein gesunder Fellwechsel ist ein Zeichen dafür, dass der Körper funktioniert.

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